Blähungen und Blähbauch: Häufige Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Blähungen und Blähbauch

Blähungen (medizinisch ganz korrekt ausgedrückt Flatulenzen) – wer kennt das nicht? Es grummelt, es zwickt, und vor allem stinkt es. Bestimmte Nahrungsmittel fördern sie („jedes Böhnchen ein Tönchen“), aber es gibt auch andere Gründe. Solange Blähungen nur ab und zu auftreten, sind sie lästig und vielleicht peinlich, jedoch nicht bedrohlich. Wenn Sie allerdings ständig Blähungen haben, spricht man von einem Blähbauch oder Meteorismus.

Wie entstehen Blähungen?

Bei der Verdauung unserer Nahrung entstehen durch Vergärung besonders im Dickdarm Gase wie Kohlendioxid, Methan und Wasserstoff. Der Großteil dieser Gase wird normalerweise durch die Darmschleimhaut ins Blut zur Lunge transportiert und dann über die Atemluft ausgeschieden. Produziert unser Körper aus diversen Gründen jedoch zu viele Gase, werden sie als Blähung spürbar und über den After ausgeschieden.

Was ist der Unterschied zwischen Flatulenz und Meteorismus?

Blähungen oder Flatulenzen sind auch als Darmwinde bekannt. Bis zu 20 solcher Winde und Entweichungen pro Tag gelten als normal, auch wenn das schon sehr lästig sein kann. Ein Blähbauch oder Meteorismus macht sich vor allem durch das Gefühl ständigen Aufgetriebenseins bemerkbar. Der Bauch spannt und das allgemeine Wohlbefinden leidet sehr.

Dieses Aufgetriebensein kennen viele Frauen in der Zeit vor der Menstruation, ein Blähbauch ist leider weit verbreitet bei PMS. Hier liegt die Ursache für die Blähungen im Hormonhaushalt, auch wenn wir mit einer bewussten Ernährung viel für unser Wohlbefinden in dieser Zeit tun können.

Ursachen von Blähungen

Die vermehrte Gasansammlung im Bauch kann verschiedene Ursachen haben:

1. Ernährung

Hülsenfrüchte, Kohl, Zwiebeln, Obstsorten wie Äpfel und Kirschen, sowie zuckerhaltige und fette Mahlzeiten können zu mehr Gasproduktion führen.

Auch Alkohol verstärkt die Produktion von Wasserstoff. Hastiges Essen, kohlensäurehaltige Getränke, Kaugummikauen und Rauchen können ebenfalls zu Blähungen führen. Sorbit (Kennzeichnung E 420), das als Zuckeraustauschstoff in vielen Fertiglebensmitteln enthalten ist, wirkt ebenfalls blähend. Sorbit ist übrigens auch in Äpfeln und Kirschen enthalten!

2. Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Lactoseintoleranz, Fructoseintoleranz oder auch Zöliakie können neben Blähungen auch Bauchschmerzen und Durchfälle auslösen.

3. Reizdarmsyndrom

Ein Reizdarm geht sehr häufig mit Blähungen einher und ist gleichzeitig auch eine der bekanntesten Ursachen. Der Darm reagiert schon auf den normalen Gasgehalt, der bei der Verdauung entsteht, mit Bauchschmerzen. Zusätzlich treten auch häufig andere Beschwerden wie Durchfall, Verstopfung oder beides auf.

4. Darmdysbiose

Ist unsere Darmflora, also die Gesamtheit der Bakterien im Darm, die wir für unsere Verdauung benötigen, gestört, werden zu viele Gase freigesetzt. Besonders das Darmbakterium Escherichia coli bildet sehr viele Gase. Außerdem werden bei einer Dysbiose Nahrungsbestandteile nicht mehr komplett zersetzt und können so zu Verdauungsbeschwerden führen.

5. Dünndarmfehlbesiedelung (SIBO)

Unser Dünndarm ist im Gegensatz zum Dickdarm mit nur wenigen Bakterien besiedelt. Es kann jedoch, unter anderem beim Reizdarm, bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Zöliakie, Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa vorkommen, dass Dickdarmbakterien sich im Dünndarm ausbreiten.

Dadurch entstehen bei der nunmehr gestörten Fettverdauung im Dünndarm vermehrt Gase, die der Dünndarm nicht verarbeiten kann. Weil diese Gase auch nicht über den After entweichen können, kommt es zu starken Bauchschmerzen mit dem Gefühl des Aufgetriebenseins.

6. PMS und hormonelle Schwankungen

Hormonelle Schwankungen während des Menstruationszyklus, der Schwangerschaft oder der Wechseljahre können Blähungen auslösen. Gründe dafür sind ein sinkender Östrogenspiegel und ein schwankendes Progesteron, die beide die Verdauung verlangsamen.

7. Medikamente

Insbesondere durch Antibiotika kann es zu Durchfällen und Blähungen kommen. Blutzuckersenkende Medikamente oder entzündungshemmende Arzneimittel wie Diclofenac sind für Blähungen als Nebenwirkung bekannt. Aufpassen sollte man auch bei Abführmitteln: Diese können die Darmschleimhaut und damit die Darmflora verändern, was wiederum zu Verstopfung und Blähungen führen kann.

8. Stress und psychische Belastungen

Essen unter Zeitdruck ist gar keine gute Idee. Denn dabei schlucken wir häufig Luft, die wiederum Blähungen verursacht.

Behandlungsmöglichkeiten: Was kann ich in meiner Praxis für Naturheilkunde in Rosdorf bei Göttingen für Sie tun?

Nach einer ausführlichen Anamnese und einer körperlichen Untersuchung können weitere labordiagnostische Analysen notwendig sein. Dies besprechen wir gemeinsam.

Aufbauend auf diesen Ergebnissen erarbeite ich dann mit Ihnen einen Behandlungsplan, der auf Ihre ganz persönliche Situation abgestimmt ist. Je nach Ursache kann eine Ernährungsumstellung ausreichend sein, vielleicht müssen wir Ihren Hormonspiegel beobachten oder auch eine Darmsanierung ins Auge fassen. Daneben gibt es viele Dinge, die Sie selbst gegen Blähungen tun können.

Dazu gehören zum Beispiel langsames Essen, krampflösende Tees wie Kümmel- oder Fencheltee und regelmäßige, maßvolle Bewegung.

Möchten Sie einen Termin vereinbaren oder haben Sie noch Fragen? Gerne bin ich für Sie da, sprechen Sie mich einfach an.