Östrogen – nicht nur ein Sexualhormon!

Das Hormon Östrogen bringen wir hauptsächlich mit Frauen in Verbindung und mit der Steuerung des Zyklus bei Frauen. Ist es im Ungleichgewicht, können Stimmungsschwankungen, ein unregelmäßiger Zyklus und geringes sexuelles Interesse auftreten.

Östrogen für ein langes Leben?

 Frauen leben im Schnitt in westlichen Ländern fünf Jahre länger als Männer. Lange haben Forscher geglaubt, dass dafür der gesündere Lebensstil der Frauen verantwortlich ist. Mittlerweile hat man jedoch herausgefunden, dass das Östrogen Frauen unter anderem vor Krankheiten wie Osteoporose, Bluthochdruck und Gedächtnisstörungen schützen kann und so vielleicht zu einem längeren Leben beitragen.

Was sind Östrogene?

 Das Wort Östrogen hat eine spannende Bedeutung: im Griechischen bedeutet es „Leidenschaft erzeugen“. Östrogene sind die weibliche Hormone Östradiol, Östron und Östriol. Östriol macht den Hauptteil der Arbeit und hängt dabei stark mit Progesteron zusammen. Progesteron ist die Vorstufe vieler Hormone, wie zum Beispiel auch von Testosteron und Östrogen.

Unser Körper produziert die beiden Sexualhormone Östrogen und Testosteron vor allem für die Fortpflanzung und die körperliche Entwicklung.

Was macht Östrogen im Körper?

Östrogen hat insbesondere bei Frauen viele wichtige Funktionen im Körper. Die Geschlechtsorgane werden bereits im Mutterleib ausgebildet, in der Pubertät wachsen die Brüste und sorgen für die Fruchtbarkeit. Östrogen fördert aber auch die Wassereinlagerungen im Gewebe, erweitert die Blutgefäße und senkt den Blutdruck, wirkt stimmungsaufhellend und hat eine günstige Wirkung auf den Blutzuckerspiegel. Es lässt das Lungenvolumen zunehmen, hemmt den Knochenabbau und schützt so vor Osteoporose.

Warum Östrogen uns auch schlechte Laune machen kann

Der weibliche Zyklus verläuft in verschiedenen Phasen, die hauptsächlich von Östrogen und Progesteron gesteuert werden. Gegen Mitte des Zyklus, kurz vor dem Eisprung, ist der Östrogenspiegel am höchsten. Damit in Zusammenhang stehen auch vermehrte Wassereinlagerungen und Spannungsgefühle in den Brüsten. Das bekannte PMS mit Reizbarkeit und schlechter Laune wiederum knapp vor der Regelblutung hängt mit dem sinkenden Östrogenspiegel zusammen.

Östrogen und die Wechseljahre

In den Wechseljahren bildet der Körper keine Eizellen mehr und die Eierstöcke stellen schrittweise ihre Arbeit ein. Damit sinkt auch die Produktion von Progesteron und Östrogen nach und nach. Damit in Zusammenhang stehende bekannte Beschwerden sind unter anderem Hitzewallungen, Herzrasen und Schlafstörungen. Nachlassende sexuelle Lust und depressive Verstimmungen sind andere mögliche Beschwerden bei einem sinkenden Östrogenspiegel.

Östrogen-Speicheltest

Mit einem Speicheltest können wir herausfinden, ob Ihr Östrogenspiegel im Referenzbereich ist. Dazu ist es wichtig zu wissen, in welcher Phase Ihres Zyklus Sie sind, weil sich die Konzentration des Hormons im Zyklus ändert. Gerne stehe ich Ihnen bei Fragen dazu in meiner Praxis in Rosdorf bei Göttingen zur Verfügung.

Ursachen eines Östrogenmangels

In den Wechseljahren kommt es natürlicherweise zu einem Östrogenmangel. Befinden Sie sich nicht in den Wechseljahren, kann eine Dysbalance im Hormonhaushalt eine Ursache sein. Diese wiederum kann neben verschiedenen Erkrankungen auch chronischen Stress als Ursache haben. Ebenso kann die Einnahme der „Pille“ einen Östrogenmangel auslösen.

Symptome eines Östrogenmangel

 Typische Anzeichen für einen Östrogenmangel außerhalb der Wechseljahre sind neben dem Ausbleiben der Regelblutungen und häufigen Zwischenblutungen auch die „charakteristischen“ Wechseljahrsbeschwerden: Schweißausbrüche und Hitzewallungen,

Kopfschmerzen, Unruhe, Gereiztheit, Depressionen, Schlafstörungen, trockene Haut und Schleimhäute, diffuser Haarausfall und Gewichtszunahme, besonders am Bauch. Ein unerfüllter Kinderwunsch kann mit einem Östrogenmangel zusammenhängen!

Ein Östrogenmangel kann auch das Risiko für bestimmte Krankheiten erhöhen. So können verstärkt Arthrose, Arteriosklerose, Osteoporose, Knochenbrüche und Gedächtnisstörungen auftreten. Auch chronische Blasenentzündungen stehen im Verdacht, mit einem niedrigen Östrogenspiegel in Zusammenhang zu stehen.

Männer in den Wechseljahren – der Östrogenmangel beim Mann

Nicht nur Frauen haben Östrogene, auch im männlichen Körper werden sie produziert, allerdings in deutlich kleineren Mengen. Östrogen und das (männliche Sexualhormon) Testosteron, regulieren sich gegenseitig. Progesteron sorgt unter anderem für eine bessere Fruchtbarkeit des Mannes. Männer haben übrigens auch „Wechseljahre“. Denn durch eine nachlassende Hormonproduktion im Hoden kann es zu einem Östrogenmangel kommen. Dieser äußert sich beim Mann durch körperliche Veränderungen wie eine Zunahme der Fettmasse und eine geringere Libido.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei einem zu niedrigen Östrogenspiegel?

Haben wir zu niedrige Östrogenwerte festgestellt, geht es an die Ursachenforschung in meiner Praxis in Rosdorf bei Göttingen. Die Behandlung hängt natürlich von dem Grund des Mangels ab. Mögliche Ansätze sind eine Ernährungsumstellung mit Augenmerk auf Phytoöstrogenen aus Lebensmitteln oder eine bioidentische Hormonersatzbehandlung.

Phytoöstrogene – gut oder schlecht?

Phytoöstrogene sind sogenannte pflanzliche Östrogene, die ähnlich wirken wie das weibliche Sexualhormon, weil sie dessen Wirkung in abgeschwächter Form nachahmen. Ob Lebensmittel mit hohem Phytoöstrogen-Gehalt für Sie in Ihrer speziellen Lebenssituation empfehlenswert sind, klären wir im Rahmen einer Anamnese. Denn manchmal können Phytoöstrogene die Östrogenproduktion auch noch weiter hemmen!

Wichtige Nahrungsmittel mit hohem Phytoöstrogengehalt sind beispielsweise Soja oder Rotklee. Damit die Phytoöstrogene im Körper wirken können, muss unsere Darmflora intakt sein. Darmgesundheit ist also auch hier die Basis jeder Therapie.

Männer sollten Lebensmittel mit Phytoöstrogenen wie Tofu oder Seitan übrigens nicht in zu großen Mengen verzehren!

Östrogendominanz

Ist der Östrogenspiegel zu hoch und der Progesteronspiegel zu niedrig, liegt eine Östrogendominanz vor. Ursachen dafür können neben hoher Östrogen-Aufnahme durch die Nahrung auch Übergewicht oder Stress sein. Mögliche Beschwerden sind starke Menstruationsblutungen mit Schmerzen, ausgeprägte Stimmungsschwankungen und Zystenbildungen.

Interessant ist, dass Fettzellen Östrogen produzieren. Je mehr Fett, vor allem Bauchfett, wir haben, desto mehr Östrogen wird freigesetzt. Darauf sollten gerade Männer mit starkem Übergewicht ein Auge haben!

Stress und Hormone

Wenn wir über längere Zeit gestresst sind, sinkt unser Progesteronspiegel und der Cortisolspiegel steigt. Chronischer Stress tut uns nicht gut – und das auf vielen Ebenen. Gerne unterstütze ich Sie mit Tipps und Tricks, wie Sie besser mit Stress umgehen können und so viel für Ihren ausgeglichenen Hormonhaushalt tun können.

Haben Sie Fragen oder möchten Sie mehr wissen? Möchten Sie einen Termin vereinbaren? Gerne bin ich in meiner Praxis in Rosdorf bei Göttingen für Sie da!